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Spruch des Monats

Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen. Danach verzichtete er auf weitere Experimente.
Marc Twain

Top-Partien aus 2012

Schachaufgabe des Tages

November 2017
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Ist das lustig?

Ist das die Partie des Jahres?

Die A-Gruppe der Chinesischen Liga wird in einem doppelrundigen Turnier mit 12 Mannschaften ausgetragen. Dabei nehmen die meisten der chinesischen Topspieler teil. Das Turnier findet vom April bis Dezember 2017 statt, wobei die 22 Runden an sechs Terminen gespielt werden.

Jeder Mannschaftskampf wird an fünf Brettern gespielt, wobei zwei Bretter von Frauen besetzt werden. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für alle Züge, mit einem Inkrement von 30 Sekunden ab Zug 1. Für einen Sieg gibt es zwei Mannschaftspunkte, für ein Remis einen Punkt.

In der 18. Runde spielte der Weltklassespieler GM Ding Liren eine sehenswerte Partie, mit Schwarz, gegen seinen Landsmann GM Jinshi Bai. Im 15. Zug, dxc3 zündete Ding Liren die Lunte an. Laut Engine etwas zweifelhaft. Doch der Schock sitzt wohl tief. Ein so frühes Damenopfer? Geht das gut? Es ging gut, aber sehen Sie selbst.

17. Benefiz-Turnier zugunsten des Ev. Kinderheims Herne

Turnierseite

Das Schnellschachturnier zugunsten des Ev. Kinderheims Herne ist seit 17 Jahren fester Bestandtei des Terminkalenders zahlreicher Titelträger aus dem In- und Ausland. Zu den Stammgästen kann man neben dem mehrfachen deutschen Blitz- und Schnellschachmeister IM Karl-Heinz Podzielny auch Großmeister Daniel Fridman und seine Ehefrau GM Anna Zatonskhi zählen, die, wenn immer sie Zeit haben, an dem beliebten Turnier teilnehmen. Daniel Fridman ist Mannschaftseuropameister, während seine Ehefrau sich als mehrfache US-Meisterin ausgezeichnet hat. Alle prominenten Titelträger aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Darüber hinaus kommen Schachspieler aus ganz Deutschland, um die Gelegenheit zu nutzen, gegen einen Titelträger zu spielen.

Insgesamt sind wieder 2.000 Euro Preisgeld zu verteilen, unabhängig von der Teilnehmerzahl. Es gibt Sonderpreise für den besten Herner Schachspieler, beste Frau und bester Jugendlicher. Für das leibliche Wohl, zu günstigen Preisen, ist bestens gesorgt.

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Ein rabenschwarzer Tag

Peter Trzaska

An einem wunderschönen Herbsttag empfingen wir in der 3. Runde die Drittvertretung von Erkenschwick. Es war ein Tag, um Helden zu zeugen. Der Berg kreißte und gebar aus Sicht der Zeppeliner ein Mäuschen. Um es vorweg zu sagen: Unser Gast, der SV Erkenschwick, war uns in allen Belangen überlegen.

 

Jürgen Rochol und Günter Strozewski, die beiden Ersatzkräfte, tauschten vor Beginn der Partie Nettigkeiten aus und waren darüberhinaus zu Späßen aller Art aufgelegt. Nach kurzer Spielzeit aber hatte Jürgen nichts mehr zu lachen. Gute Chancen zumindest auf Teilerfolge hatten Michael Bott und Achim Raasch. Aber nach einigen Ungenauigkeiten mussten beide gratulieren.

 

Joachim Talarski hatte sogar Gewinnchancen, erkannte aber erst nach der Analyse mit Peter Trzaska seine Möglichkeiten. Warum so spät? Nico von Blumenthal, Frank Kosfeld und Jürgen Labinski mussten die Überlegenheit ihrer Gegner früher oder später anerkennen.  Die totale „Pleite“ verhinderte Bernd Thiel, der trotz eines Minusbauern im Turmendspiel ein Remis erkämpfte. Fazit: Fast alle Zeppeliner blieben unter ihren Möglichkeiten. In dieser Form haben wir in der Bezirksliga keine Daseinsberechtigung.

 

Ergebnisse

 

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Schwere Kost zum Auftakt

Dietmar Sawatzki-Frank Kosfeld

SV Zeppelin Herne I – SK Ickern I 3:5

 

 

Am 1. Spieltag hatten wir gleich die DWZ-stärkste Mannschaft der Bezirksliga im Heimspiel vor der „Brust“. Keine leichte Aufgabe für den Anfang. Beide Teams boten jeweils einen Ersatzmann auf.
Es ging für uns überraschend gut los: Michael Bott drohte bereits im 11. Zug eine Figur zu gewinnen. Sein Gegner war so geschockt, dass er umgehend kapitulierte.
Abramowski – Bott 0:1
Die beiden Ersatzleute Klaus Molke und Dieter Rathke einigten sich recht früh auf ein Remis.
Achim Raasch verdarb sich seine vielversprechende Partie durch ein Figurenopfer. Sein routinierter Gegner Udo Schweiger konsolidierte danach Zug um Zug seine Stellung. Zum Schluss flogen Achim die gegnerischen Springer um die Ohren, so dass er fast schwindelig wurde.
Nico von Blumenthal hatte es mit einem schachlichen Schwergewicht zu tun. Er hielt die Partie lange offen, bis er im 38. Zug die Qualität verlor und anschließend die Partie.

Uwe Abramowski-Michael Bott

Bernd Thiel gewann gegen Rüdiger Steinke eine Figur, gab diese aber nach einer Unachtsamkeit wieder ab, so dass auch diese Partie im Remis mündete. Immer, wenn diese beiden Kontrahenten aufeinander treffen, gibt es eine Punkteteilung. (so geschehen in den letzten Jahren)
Joachim Talarski hatte am 1. Brett die undankbare Aufgabe gegen einen absoluten Spitzenspieler (DWZ 2225) antreten zu müssen. Mit den schwarzen Steinen bot er lange Paroli und stand nach allgemeiner Auffassung mindestens gleichwertig. Häufig reicht ein kleiner Fehler, um eine Partie kippen zu lassen. So auch diesmal. Ein Mehrbauer im Damenendspiel gab letztlich den Ausschlag zugunsten von Willi Fahnenschmidt.
Jürgen Labinski kämpfte tapfer gegen die drohende Niederlage an. Gegen eine Mehrfigur von Frank Sieczkarek aber war kein Kraut gewachsen.
Obwohl der Mannschaftskampf längst verloren war, spielte sich Frank Kosfeld in einen wahren Rausch. Seine Partie bekommt den inoffiziellen Schönheitspreis. Aber sehen sie selbst:
Kosfeld – Sawatzki 1:0
Resümee: Es war die erwartete Auftaktniederlage, die aber längst nicht so deutlich ausfiel wie in den vergangenen Jahren. Das gibt Mut für die vor uns liegenden Aufgaben.
Ergebnisse


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Sparkassen Chess-Meeting 2017: Wladimir Kramnik gewidmet

Jedes Sparkassen Chess-Meeting besitzt eine eigene Charakteristik, erzählt eine eigene Geschichte. 2017 setzt dabei ein besonderes Glanzlicht: Die Veranstaltung, die vom 15. – 23. Juli 2017 im Orchesterzentrum NRW in der Brückstraße 51 stattfinden wird, ist einem der bedeutendsten

Schachspieler aller Zeiten gewidmet: Wladimir Kramnik.

Der Grund: Seit genau 25 Jahren gibt es eine Schachliaison zwischen dem dreifachen Weltmeister und der Turnierstadt Dortmund. Beim berühmten Chess-Meeting 1992 spielte das damals gerade 16-jährige Schach-Talent Wladimir Kramnik zum ersten Mal in Dortmund. In der Westfalenhalle II kämpften die Kasparow, Iwantschuk und Co. um den Turniersieg. Eine Etage tiefer, in der Schwemme der Westfalenhalle 2, fochten hingegen mehrere Hundert Schachenthusiasten, unter ihnen Wladimir Kramnik, “ihre” offenen Turniere aus. Kramnik wurde vielbeachteter Zweiter in seinem “Open” und setzte damit ein erstes schachliches Ausrufungszeichen.

Danach ging alles rasend schnell:

Programmheft

Das Dortmunder Turnier und Wladimir Kramnik machten praktisch Hand in Hand Weltkarrieren, wobei Kramniks überragendes Können sogar von drei Welttiteln gekrönt wurde. Damit ist er einer der bedeutendsten Schachspieler aller Zeiten und in einem Atemzug mit Superstars wie Garri Kasparow, den er 2000 als Weltmeister entthronte, Anatoli Karpow und Bobby Fischer zu nennen.

Besonders hervorzuheben ist, dass Kramnik von 1992 an mit zwei Ausnahmen – 1994 und 2002 – Jahr für Jahr das Dortmunder Turnier bestritt. Wobei er 2002, als sein Herausforderer um die Weltmeisterkrone ausgespielt wurde, praktisch als Co-Schirmherr vor Ort weilte. Unvergesslich ist sein damaliger Auftritt mit Box-Weltmeister Wladimir Klitschko im Rahmen eines Schaukampfes – nicht im Boxen, sondern am Schachbrett, versteht sich.

Wladimir Kramnik spielt also in diesem Jahr seit 25 Jahren in Dortmund und feiert bildlich gesprochen damit seine “Silberhochzeit” mit dem Sparkassen Chess-Meeting, das er darüber hinaus auch noch zehn Mal (1995 – 1998, 2000, 2001, 2006, 2007, 2009 und 2001) für sich entscheiden konnte. Diese Leistung ist weltweit einmalig und reif für das Guinessbuch der Rekorde. Was also lag näher, als die diesjährige Veranstaltung Wladimir Kramnik zu widmen und damit die Geschichte eines anerkannten Schachgiganten und eines ebenso anerkannten Schachereignisses zu erzählen!!!

TurnierseiteOpenHelmut-Kohls-TurnierRückblicke bis 1973

Das majestätische Spiel

Schach ist uralt, aber gerade bei jungen Leuten so beliebt wie selten zuvor. Denn Hobbyspieler wie Großmeister schulen mit seinen komplexen Zügen ihr logisches Denkvermögen. Dabei müssen selbst Schachweltmeister inzwischen vor Computerprogrammen kapitulieren.

 

Die Wiege des Schachspiels liegt irgendwo im fernen Osten.
Die meisten Forscher gehen von Indien als Ursprungsland aus. Manchmal wird auch China genannt. Das Spiel der Könige, wie wir es heute kennen, hat sich irgendwann in den ersten Jahrhunderten nach Christus entwickelt.
                                                                                                                      

Der König war verwundert. Nur ein paar Reiskörner wollte der Mann als Belohnung für seinen Zeitvertreib, den der dem Herrscher gezeigt hatte. Dabei gefiel dem König das Spiel mit den 32 Figuren auf 64 schwarz-weißen Feldern so gut, dass er bereit war, großzügig zu sein. Und jetzt das: „Ein Reiskorn auf das erste Feld, zwei Körner auf das zweite und auf jedes weitere Feld stets die doppelte Anzahl an Körnern als im vorherigen Feld“, lautete der Wunsch seines Untertanen. Soweit die Legende zu den Ursprüngen des Schachspiels.
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„Der gewinnt immer“

Der Neurologe Norbert Sommer aus Göppingen erklärt, warum Schachcomputer selbst Großmeistern überlegen sind.                                                                                                                                                

Neurologe Norbert Sommer (58)

Herr Sommer, was kann der Computer, was das menschliche Gehirn nicht kann?

Das Problem am Schach ist, dass Sie eine praktisch unerschöpfliche Zahl an Zugmöglichkeiten haben. Das können Menschen nicht wirklich gut rechnen. Sie haben ein Gefühl für Standardsituationen am Anfang oder Ende der Partie. In sehr komplizierten Situationen aber, wo furchtbar viele Figuren einfach blöd auf dem Brett rumstehen, rechnet der Computer in null Komma nichts aus. Der Mensch macht da einen kleinen Fehler, und schon verliert er.

Es ist also ein mathematisches Problem?

Mit jedem Halbzug haben Sie zwanzig Möglichkeiten. Bei einer Partie mit 30, 40 Zügen hat man mehr Zugmöglichkeiten als es Atome im Weltall gibt. Das ist tatsächlich ein Rechenproblem.

Wie viele Züge können Menschen denn im Voraus berechnen?

Das kommt ganz darauf an. Unsereins rechnet so ein, zwei, drei Züge voraus. In Standardstellungen rechnen die guten Spieler zehn, fünfzehn Züge voraus. Aber in der Mitte der Partie können Sie nicht viel machen, da übersehen Sie schnell mal was.
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Vincent Keymer – Der Figurenversteher und -flüsterer!

Ein Kommentar von Karol Lalla

„Ohne Liebe zum Schachspiel kann man nicht Weltklasse werden“, sagte schon Schachlegende und Weltmeister Bobby Fischer.

Vincent sollte vom Elternhaus her kein Schach spielen, er „sei zu jung und sollte sich eher der Musik widmen“, wie die Eltern als Berufsmusiker.

Das Schachbrett vom Großvater auf dem Dachboden, hatte es ihm jedoch angetan. Als wenn er von Beginn an mit den Figuren eine „magische Beziehung“ eingehen würde, sie gehorchten ihm und er verstand sie „blind“. Bereits mit 10 Jahren gab es weltweit fast keine Gleichaltrigen, die mithalten konnten. Der erste Großmeisterskalp war fällig, kein „Unfall“ sondern absolutes Können.

Was zuerst als „Unfall“ gesehen wurde, stellte sich als Glücksfall für den deutschen Schachsport heraus. Vincent Keymer durfte bereits mit 11 an der deutschen Männermeisterschaft teilnehmen, dieses Jahr mit 12, steht er bereits ganz oben (4. Platz und der Titel war zum Greifen nah). Rational nicht erklärbar, „magisch“ jedoch nachvollziehbar. Die Figuren und Vincent sind eine Einheit. In seiner kindlich-jugendlichen Welt vermischt sich Phantasie, Rationalität und „Magie“ zu einer Einheit, der „Vincent-Stil“.

Es gibt für Vincent kein Limit, keine natürliche Grenze. Ob Magnus Carlsen, Garry Kasparov, Bobby Fischer, diese Idole treiben ihn nicht an, es ist die Vollkommenheit, die Synergie mit den Figuren. Vincent „spricht mit den Figuren und die Figuren sprechen mit Vincent“. Das hat es so noch nie gegeben.

Freuen wir uns über diese einzigartige Chemie im Schachsport. Unerwartet könnte von diesem „Luke Skywalker des Schachsports“ eine Schachfaszination und gar ein Schachboom ausgehen.

Wieso sollte es nur in Norwegen möglich sein und nicht im Land der Dichter und Denker …

Vincent, wer?

Vincent Keymer

Vincent Keymer ist ein Versprechen auf die Zukunft!?
Mit 5 Jahren besiegte er seine Eltern, mit 10 gestandene Großmeister. Vincent Keymer ist ein Ausnahmetalent im Schach – ein echtes „Wunderkind“. Der heute Zwölfjährige hat eine Elo-Zahl von 2411. Ein Magnus Carsen war in diesem Alter längst nicht so weit.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er Großmeister wird. Wenn alles normal verläuft, sehen wir schon in wenigen Jahren den neuen Weltmeister. Das würde den deutschen Schachsport aus dem Dornröschenschlaf erwecken und höchstwahrscheinlich einen ähnlichen Hype auslösen wie nach dem 1. Wimbledon-Sieg von Boris Becker 1985 oder dem Wunder von Bern 1954.
Momentan belegt Vincent nach 6 Runden bei der deutschen Meisterschaft den 3. Platz und liegt nur einen halben Punkt hinter GM Nisipeanu, dem er bereits ein Remis abtrotzte.
Bezeichnend für die Spielweise des Zwölfjährigen ist die Partie gegen GM Niclas Huschenbeth, den er in der 4. Runde im Stil von Capablanca im Turmendspiel mit einem Mehrbauern überspielte. Siehe unter Deutsche Meisterschaft