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Spruch des Monats

“Der beste Zug im Schach, wie im Leben, ist stets – der gemachte.”

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Wacker geschlagen

 

Spielleiter Achim Raasch berichtet:

 

Oberbarnscheid, Ludger – Thiel, Bernd

Mit dem ersten Spiel im neuen Jahr nach der Winterpause, hatten wir es mit der 1. Mannschaft der SG Höntrop 1947 zu tun. Der Sondertermin kam auf Wunsch des Gegners zustande, der allerdings seinerseits als Gastgeber in unseren Räumlichkeiten fungieren musste. Mit der SG Höntrop, hatten wir die spielstärkste Mannschaft der Ligagruppe vor der Brust. Dabei konnten allein schon deren Spieler der ersten 3 Bretter mit einer DWZ von ca. 2000 aufwarten. Unsere Erfolgserwartungen waren demnach recht bescheiden. Deshalb beschränkten wir uns nur darauf, einfach eine “gute Figur” abzugeben und nicht sang- und klanglos unterzugehen. Dies funktionierte zunächst nicht besonders gut, aber im weiteren Spielverlauf begegnete man sich, trotz des ungleichen Kräfteverhältnisses, durchaus noch auf Augenhöhe.

 

Brett 1:

 

B. Thiel – L. Oberbarnscheid  1/2 : 1/2

Weyers, Lothar – Heird, Reiner

 

Benno hatte den spielstärksten Höntroper (DWZ 2002) vor der Brust. Das Spiel war ausgeglichen mit (vermeintlich) leichten Vorteilen bei Benno (im schnellen Nachspiel jedoch widerlegt). In dieser guten Ausgangslage bot er deshalb dem Gegner Remis, was dieser nach außergewöhnlich langem Zögern (ca. 30 min) schließlich auch annahm.

 

Brett 2:

 

Joachim kam mit den schwarzen Steinen gut aus der Eröffnung. Die 1. Angriffswelle seines starken Gegners wehrte er erfolgreich ab und konnte Gegenspiel organisieren. Im weiteren Verlauf produzierte M. Peters viele unkonventionelle Züge, die laut Computeranalyse häufig nicht optimal waren. Leider fand Joachim nicht immer die passenden Antworten. Zum Schluss geriet er in eine Damenfesselung mit anschließend drohendem Figurenverlust und konnte sofort die Waffen strecken.

 

 

Brett 3:

 

Frank Kosfeld –  J. Rostek 1/2 : 1/2

 

Beiden Seiten spielten eine vorsichtige englische Partie mit beidseitigem Königsfianchetto, in der sich keine Partei einen Vorteil erspielen konnte. Schwarz stellte mit Sd4 eine kleine Falle, die ein Qualitätsvorteil gebracht hätte. Aber f4 parierte dies – mit Ausgleich.

Brett 4:

 

 V. Jedner – M. Bott 1/2 : 1/2

 

Michaels erheblich stärkerer Gegner (DWZ 1823) spielte Damengambit. Trotz Bauernverlusts blieb die Partie ausgeglichen. Nach 40 Zügen reichte man sich die Hände zum Remis.

 

Brett 5:

 

N. v. Blumenthal – B. Koch 1/2:1/2

 

Niko spielte wie gewohnt eine ausgeglichene Partie. Als nach bereits 15 Zügen das Remisangebot des Gegners (DWZ 1758) kam, schlug er es, entgegen seiner früheren Gewohnheiten,  diesmal nicht aus – gebranntes Kind scheuts Feuer.

 

Brett 6:

 

F. Geistmeier – A. Raasch 1:0

 

Achim spielte (gesundheitlich angeschlagen) eine holländische Verteidigung gegen den Eröffnungszug d4. Bei der Formierung eines Angriffs im Mittelspiel übersah er eine üble Springergabel des erheblich stärkeren und sehr zügig spielenden Gegners (DWZ 1734), der zum Qualitätsverlust führte und somit auch die Niederlage einläutete.

Hätte Achim nun vernünftiger Weise schon aufgegeben, wäre ihm die anschließende Schmach erspart geblieben, sich im 35. Zug schulmäßig mattsetzen zu lassen. Er hatte den “Todesstoß” schlichtweg übersehen.

 

Brett 7:

 

J. Labinski  – H.-J. Barth 1/2:1/2

 

Jürgen machte mit seinem “Sizilianer” gegen den deutlich spielstärkeren Gegner (DWZ 1692) eine gute Figur und hatte bis ins Endspiel sogar einen Plusbauern. Da es nach gut 3,5 h und über 50 Zügen nicht mehr weiterzugehen schien, reichte man sich die Hände zum Remis.

 

Brett 8:

 

L. Weyers – R. Heard 1/2:1/2

 

Etwas später als Brett 7 endete auch die Partie der beiden Ersatzspieler am Schlussbrett. Reiner der abermals für Rainer eingesprungen war, spielte eine prima Partie und gewann mit einem Läufervorteil die deutliche Oberhand, gegen seinen (aus 3 Einsätzen) bisher stärksten Gegner (DWZ 1503). Die entglitt ihm allerdings im Endspiel, weil der Gegner seinen Läuferverlust mit 2 Mehrbauern und geschicktem Turmspiel gut zu kompensieren wusste. Das letztendliche Remis war somit dann noch recht glücklich.

 

 

Fazit:

 

Gegen einen fast übermächtigen Gegner ( mit durchschnittlich fast 300-DWZ- Punkten mehr pro After) haben wir uns teuer verkauft. Das bringt uns zwar keine Punkte, macht aber Mut für die Zukunft. Unsere Standard-Niederlagen mit 4 mal 3 : 5 beweisen, dass  wir nicht so weit weg sind, aber leider auch nicht dicht genug dran!
Gestern war die Teamleistung o.k. Dennoch hilft es nicht die Klasse zu halten. Ein oder besser 2 Siege im weiteren Verlauf wären wünschenswert.

 

Ergebnisse

 

4 Antworten auf Wacker geschlagen

  • Pingback: Höntrop I siegt mit Glück | Schachgemeinschaft Höntrop 1947

  • ARA sagt:

    Danke Joachim sehr schön ergänzt! 🙂

  • tal sagt:

    Der Bericht des Spielleiters der SG Höntrop I zeigt, dass man sehr fair und objektiv eine Spielpaarung beschreiben und bewerten kann.
    Es ist schon abenteuerlich, dass meine Partien häufig zu den spektakulärsten zählen; am Ende aber freut sich oft der Gegner.
    Wäre ich noch 25, so könnte ich sagen: Aus meinen Fehlern werde ich lernen. Dieser Zug aber scheint in meinem Alter abgefahren zu sein.
    Kompliment an Michael Peters, der nicht nur ein ideenreicher Schachspieler, sondern auch ein bemerkenswert guter “Schriftsteller” ist.
    Einen kleinen Kritikpunkt allerdings habe ich:
    Hallo Michael, falls Du diesen Kommentar lesen solltest, so möchte ich Dir empfehlen, künftig in Deinen Berichten auch die Nachnamen Deiner Mitspieler zu nennen. Fast alle mir bekannten Schachseiten machen diesen Fehler. Für interne Mitglieder mag das genügen, externe User aber erkennen nur schwerlich die Zusammenhänge.
    In diesem Sinne
    Frei Schach, Joachim Talarski

  • Hier nun der Spielleiter der SG Höntrop und Käptn der 1. Mannschaft, der “unsere” Berichte schreibt.
    Schön, dass mein Bericht bei Euch gut angekommen ist, hin und wieder gebe ich mir Mühe!
    “Schriftsteller” wurde ich glaube ich noch nicht genannt, danke dafür, vielleicht ist es noch nicht zu spät für eine neue Karriere…
    Den Hinweis die Nachnamen “unserer” Gegner zu erwähnen nehme ich mal mit als Tipp, auch wenn ich das nicht ganz so eng sehe, da ich ja vorher immer die Paarungen namentlich aufführe. Aber es stimmt schon, wenn man dann immerwieder zur Paarungsliste hochgehen müsste um sich nochmal zu vergewissern “wer spielte da noch gleich gegen wen”, könnte man es einfacher haben, wenn der Name erneut im Text steht.
    Jedenfalls möchte ich Euch noch für Eure lebendige Homepage gratulieren, viele aktuelle Berichte!
    So bleibt mir nur zu wünschen – weiter so!

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