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5 Antworten

  1. SchuBi sagt:

    Hallo, Joachim!
    Zu
    „Auf einen wichtigen Punkt bist Du allerdings nicht eingegangen:
    Es ist die Geschichte mit dem Verlassen des Spielsaals und zwar dann, wenn der Akteur am Zug ist.
    Angenommen er bleibt wie geschehen 30 Minuten verschwunden. In dieser Zeit hat er theoretisch alle Möglichkeiten zu manipulieren. Worin besteht Deiner Meinung nach der Unterschied zum Handygebrauch? Ich habe mich mit einigen Fachleuten zu diesem Thema unterhalten. ( u.a. mit Herrn Dr. Heidel ) Übereinstimmend waren sie der Meinung, dass ein derartiges Verhalten in der Bundesliga sofort den Verlust der Partie bedeutet. Erst recht, wenn noch eine Beleidigung hinzukommt.“
    Das ist ein schwieriges Feld und ich bin froh, keine Entscheidung treffen zu müssen. Zu dem Vorfall wurde unter anderem auf der Seite des SK Sodingen viel geschrieben. Als Mannschaftsführer würde ich meinen Spieler darauf hinweisen, den Spielsaal nicht zu verlassen. (Bei Mannschaftskämpfen mit Schiedsrichtereinsatz wie in der Regionalliga legt der Schiedsrichter zu Beginn fest, was alles zum Spielbereich gehört.)
    Gerade deshalb ist es wichtig, die Spieler über Regeländerungen (z.B. Karenzzeit nur ncoh 30 Minuten) und regelkonformes Verhalten zu informieren. Bis jetzt ist es bei uns fast immer gut gegangen. Allerdings werde ich 2010 auch den Schiedsrichterlehrgang besuchen und kann dann wahrscheinlich mehr dazu sagen.
    Dir und deiner Familie auch alles Gute
    Franz

  2. T.K. sagt:

    Joachim, lieber Vereinskollege …

    der SchuBi und der Franz sind völlig regelkonform und ich stimme ihnen ganz und gar zu. Ich sehe, dass es in unserem Schachbezirk noch Akteure gibt, die glauben, mit ihrem unsportlichem Verhalten weiterhin Recht beugen zu können. Denen gilt es eine klare Ansage gegenüber auszusprechen. Mein Tenor: Vor jedem Turnier sollte den Spielern deutlich klargemacht werden, welche Folgen ihr Fehlverhalten hat. (Ja, klar, dass ist wie im Kindergarten. Und kostet Zeit. Wie eine Predigt von der Kanzel! Aber offensichtlich scheinen wenige „Klötzchenschieber“ zu meinen, dass Unwissen vor Strafe schütze. Dem ist nicht so!) – sollte das nicht funktionieren, schlage ich vor, neutrale Turnierleiter oder Schiedsrichter auch in diesen Klassen einzurichten-> Änderung der Spielordnung des SBHERNE/VEST.
    Das würde uns alle natürlich einer gewaltige Kostensituation aussetzen, wobei wir uns dann wieder einmal mit der Kollektivhaftung wegen Einzelvergehen konfrontiert sehen.
    Besser ist es, konsequent bei solchen Vergehen alle Rechtsmittel auszuschöpfen.

    Mein Aufruf an die Mannschaftsführer:

    VORHER den Spielern klarmachen, was Fehlverhalten ist und wie Fehlverhalten bestraft wird.

    Und dieses „kollegial“ durchsetzen – wie in den Regeln definiert.
    Mannschaftsführer, die glauben, mit der Rosa Vereinsbrille zu eigenen Gunsten zu entscheiden, verstossen bereits selber gegen den Grundsatz der FIDE, der da heisst:“Die Spieler unternehmen nichts, was dem Schachspiel abträglich sein könnte“

    (Hallo, Herr Hoi???? – welches Ergebnis pfeifen wir denn heute?)

    – Die Mannschaftsführer müssen zudem in Vertretung eines Schiedsrichters oder Turnierleiters.. „kollegial“ das Turnier auf Einbehaltung der Fide-Schachregeln, der BTO und Bezirksspielordnungen hin leiten.

    Ich appeliere an dieser Stelle an alle Vereine im unserem Bezirk, auf eine strikte Einhaltung der genannten Regeln zu achten und sie gegebenenfalls durchzusetzen. Es gibt wohl kein schöneres Weihnachtsgeschenk für einen Sportler, als die von unserem werten Spielleiter gepriesener Fairness und Gastfreundschaft – wenn dabei beide Parteien den sportlichen Gedanken verinnerlichen und nach Aussen tragen.

    Allen Schachfreunden wünsche ich ein frohes Fest mit ihren Angehörigen.

    T.K.

  3. tal sagt:

    Hallo Franz,

    danke für die kostenlose Aufklärung in Sachen Rechtskunde. Damit hast Du uns sehr geholfen!!
    In Zukunft wissen wir, wie wir uns in derartigen Fällen zu verhalten haben.
    Auf einen wichtigen Punkt bist Du allerdings nicht eingegangen:
    Es ist die Geschichte mit dem Verlassen des Spielsaals und zwar dann, wenn der Akteur am Zug ist.
    Angenommen er bleibt wie geschehen 30 Minuten verschwunden. In dieser Zeit hat er theoretisch alle Möglichkeiten zu manipulieren. Worin besteht Deiner Meinung nach der Unterschied zum Handygebrauch? Ich habe mich mit einigen Fachleuten zu diesem Thema unterhalten. ( u.a. mit Herrn Dr. Heidel ) Übereinstimmend waren sie der Meinung, dass ein derartiges Verhalten in der Bundesliga sofort den Verlust der Partie bedeutet. Erst recht, wenn noch eine Beleidigung hinzukommt.
    Bin ich naiv? Bin ich ein Gerechtigkeitsfanatiker? Bin ich nachtragend? Oder bin ich nur schlecht informiert? Wahrscheinlich von allem ein bisschen.
    Auf Deine Antwort bin ich gespannt! Außerdem freue ich mich stets über Deine gehaltvollen Kommentare.
    Abschließend wünsche ich Dir und Deiner Familie und dem gesamten Schachverein SV Erkenschwick ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und für 2010 mehr Licht als Schatten.

    Liebe Grüße
    Joachim

  4. SchuBi sagt:

    Ich nehme an, daß nicht das Handy eiens Dattelner Schlachtenbummlers geklingelt hat.
    „Wir vom SV Constantin Herne haben in o. g. Fall offiziell auf einen Protest verzichtet.
    Grund: Das Gesamtergebnis wäre unwesentlich verändert worden. Außerdem gelten bei uns noch Werte wie Gastfreundschaft und Fairness!!!“
    Diese Argumentation erschließt sich mir nicht.
    Wenn es Regeln gibt, gelten sie für beide Mannschaften. Beim Fußball bleibt ein Handspiel auch dann ein Handspiel, wenn es von den Gästen verursacht wird.
    Gastfreundschaft bedeutet für mich nicht, Regelverstöße der Gäste zu tolerieren.
    Fairness bedeutet, einen Regelverstoß auch zuzugeben.
    Zum anderen kann es sehr wohl den Verlauf des Kampfes verändern, weil dann z.B. die eigene Mannschaft führt oder ausgleicht. Nur sollte man das Handyklingeln sofort reklamieren.

  5. SchuBi sagt:

    Vom Schachbund NRW werden jährlich Turnierleiterlehrgänge veranstaltet, damit es genug Regelkundige gibt. Der nächste Turnierleiterlehrgang findet am 11.09.10 (samstags) und 18.09.10 in Solingen statt. Die Investition lohnt sich.
    Sich im Recht zu fühlen, heißt nicht, recht zu behalten. Deshalb gibt es bei unterschiedlichen Vorfällen auch andere Entscheidungen.
    Das Handyklingeln beendet die Partie (so z.B. bei Alexander Langers nach dem 9. Zug im Mannschaftskampf des SK Sodingen in der NRW-Klasse, als das Handy nur kundtun wollte, daß man es aufladen solle).
    Das ist für mich ein Grund, vor jedem Mannschaftskampf die Spieler daraufhin zu weisen, die Handys abzuschalten.
    Nun zu den Antworten auf die Fragen
    1. Ja
    2. Nein
    3. Es ändert nichts am Sachverhalt.(Schließlich gibt es Zeugen!)
    4. Ein kampfloses Ergebnis (Grund Handyklingeln)
    5. Dann hat der gegnerische Mannschaftsführer ein Problem (bzw. vor dem Handyklingeln rechtzeitig sein Hörgerät ausgeschaltet).

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