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„Der gewinnt immer“

Der Neurologe Norbert Sommer aus Göppingen erklärt, warum Schachcomputer selbst Großmeistern überlegen sind.                                                                                                                                                

Neurologe Norbert Sommer (58)

Herr Sommer, was kann der Computer, was das menschliche Gehirn nicht kann?

Das Problem am Schach ist, dass Sie eine praktisch unerschöpfliche Zahl an Zugmöglichkeiten haben. Das können Menschen nicht wirklich gut rechnen. Sie haben ein Gefühl für Standardsituationen am Anfang oder Ende der Partie. In sehr komplizierten Situationen aber, wo furchtbar viele Figuren einfach blöd auf dem Brett rumstehen, rechnet der Computer in null Komma nichts aus. Der Mensch macht da einen kleinen Fehler, und schon verliert er.

Es ist also ein mathematisches Problem?

Mit jedem Halbzug haben Sie zwanzig Möglichkeiten. Bei einer Partie mit 30, 40 Zügen hat man mehr Zugmöglichkeiten als es Atome im Weltall gibt. Das ist tatsächlich ein Rechenproblem.

Wie viele Züge können Menschen denn im Voraus berechnen?

Das kommt ganz darauf an. Unsereins rechnet so ein, zwei, drei Züge voraus. In Standardstellungen rechnen die guten Spieler zehn, fünfzehn Züge voraus. Aber in der Mitte der Partie können Sie nicht viel machen, da übersehen Sie schnell mal was.

Die berühmte Intuition ist also irrelevant?

Nein, Intuition ist ja das, was dem Menschen hilft, Intuition ist ein großes Wort, es geht um Routine. Selbst ich als normaler Clubspieler sehe bei bestimmten Positionen, das ist gewonnen, das ist nicht gewonnen. Das ist eine Mischung aus Erfahrung und viel Wissen, und was Sie dann in ihrem Hirn daraus machen, das ist Intuition, falls das das richtige Wort ist.

Aber der Computer weiß immer noch mehr?

Ja, Er hat aber nicht immer Vorteile. Die Großmeister spielen bei Eröffnungen die ersten zehn, fünfzehn Züge die kompliziertesten Sachen runter. Die haben das zuhause analysiert und wissen das einfach. Der Computer muss es halt ausrechnen. Genau wie am Ende der Partie. Der Läufer, der immer auf den weißen Feldern zieht, kann einen Bauern auf den schwarzen Feldern in hundert Jahren nicht schlagen. Der Mensch sieht das sofort, aber der Computer braucht ein paar Rechenaufgaben, bis er das rauskriegt. Er rechnet also völlig unnötig.

Der Vorteil ist aber: Der Computer wird nicht müde, der Computer ärgert sich nicht….

Ganz klar. So eine Partie bei Weltmeisterschaften geht fünf, sechs Stunden. Auf Vereinsebene dauert es ähnlich lange. Da wird man müde. Und Kinder fangen an zu zappeln.

Und dann macht man also Fehler.

Natürlich: Es gibt Partien , die sind so schwierig, da gibt man auf, und in Wirklichkeit hätte man gewonnen. So etwas passiert dem Computer nicht.

Haben Sie selbst schon gegen Schachcomputer gespielt?

Ja klar. Aber man hat wirklich keine Chance.

 

 

 

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