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Wer am 24. September seine Stimme abgegeben hat, hat anschließend nichts mehr zu sagen.

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Sparkassen Chess Meeting in Dortmund

Zum Glück (sagt Thomas Richter) gibt es neben der Chess Tour nach wie vor Turniere, bei denen Spieler der „zweiten Garnitur“ die Chance bekommen, gegen die Weltelite anzutreten – Dortmund ist eines dieser Turniere, daneben auch Wijk aan ZOrchesterzentrumee im Januar und Biel ebenfalls im Sommer. Ich nenne die Dortmund-Teilnehmer mal in der Reihenfolge, in der sie auch auf der Turnierseite erwähnt werden: Kramnik, Caruana, Naiditsch, Meier, Hou Yifan, Nepomniachtchi, Nisipeanu, So. Das ist weder alphabetisch noch nach Elo sortiert, vielleicht die Reihenfolge in der sie eingeladen wurden und/oder zusagten? Wie dem auch sei, es sind drei top10 Spieler, drei deutsche Spieler (Stand von heute), ein Aeroflot-Qualifikant und eine Dame. Da kann man nicht meckern, bzw. nur bei Hou Yifan meckere ich ein bisschen: Warum „immer“ (auch anderswo, Wijk aan Zee und Biel hatte ich bereits genannt) sie, und nicht auch mal ein etwa gleichwertiger männlicher Spieler der selten bis nie hochkarätige Einladungen bekommt? Kandidaten wären z.B. Maxim Matlakov, Markus Ragger oder Vladimir Fedoseev. Oder, wenn es unbedingt ein Chinese sein soll, Li Chao – der sich in Opens beachtliche Elo 2748 erarbeitet hat, aber meines Wissens noch nie ein hochkarätiges Rundenturnier ausserhalb Chinas gespielt hat. Aber gut, die Dortmunder können einladen wen sie wollen. Turniersaal ist wiederum das Orchesterzentrum (Foto Turnierseite).

TurnierseiteLIVESpielplan

Dortmund hat(te) drei Stammgäste: Peter Leko fehlt inzwischen, Vlad Kramnik und Arkadij Naiditsch sind wieder dabei. Für Naiditsch ist es vielleicht das letzte Mal – „Mitte Juni“ wollte er sich zum möglicherweise anstehenden Verbandswechsel äussern. Oder meinte er Mitte Juni 2016? Dann ist er wohl auch nächstes Jahr in Dortmund dabei. In Dortmund wird auch der Titelverteidiger (der seinen Verbandswechsel schnell durchzog) wieder eingeladen. Caruana ist ab sofort Schach-Amerikaner: die 50.000 Euro für den italienischen Verband hat er laut chess.com offenbar aus eigener Tasche bezahlt und den bis Ende 2015 laufenden Sponsorvertrag mit Italien mit sofortiger Wirkung annuliert. Nachdem Aeroflot wieder das alte Format hat, kann sich im Prinzip jeder (zumindest jeder starke GM) für Dortmund qualifizieren: Nepomniachtchi schaffte es zum zweiten Mal nach 2008 – damals war er 17 Jahre jung, damals und heute ist er (wie diverse andere Weltklassespieler) Jahrgang 1990. Wesley So – mittlerweile auch absolute Weltklasse. Hou Yifan – meinetwegen. Zwei weitere deutsche Teilnehmer – gerne, diesmal sind es Nisipeanu und Meier.

 

Zwei Teilnehmer sind entweder gut eingespielt und/oder bereits müde: für Caruana und Nepomniachtchi ist nach dem Superturnier vor dem Superturnier, Nepo muss dabei auch noch Nachtflug und Zeitverschiebung kompensieren. Caruana wollte bei der Chess Tour nicht fehlen und seinen Titel in Dortmund verteidigen – nachdem Norway Chess etwas nach hinten und Dortmund etwas nach vorne verlegt wurde, geht das gerade so. Ob er seinen Titel verteidigt, wissen wir natürlich erst am Ende des Turniers. Nepomniachtchi hatte bei seiner Terminplanung für 2015 vielleicht nicht unbedingt mit einem Sieg beim Aeroflot Open gerechnet und bereits zuvor die Einladung zum Capablanca Memorial angenommen. Beide erzielten vier Punkte – für Caruana ein relativ besseres Ergebnis (Norway Chess war stärker besetzt und hatte eine Runde weniger), dennoch sicher kein Wunschergebnis.

 

Ob Kramnik auch müde ist, liegt daran wie er seinen 40. Geburtstag gefeiert hat. Unter anderem gab er aus diesem Anlass ein ausführliches Interview – russisches Original hier, auszugsweise englische Übersetzung hier (deutsche Übersetzung kommt vielleicht noch ebenfalls auf chess24). Das russische Original hat, neben mehr Fragen und Antworten, auch noch mehr Fotos – noch eines des jungen Kramnik, und auch eines mit u.a. der jungen Kramnik. Unter anderem sagte Kramnik: „Ich habe nie gesagt, dass ich an meinem 40. Geburtstag sofort aufhöre. Es ist eher ein Meilenstein, ab dem es sinnvoll ist, über einen Rücktritt nachzudenken. … Generell denke ich, dass ich sicher noch zwei drei Jahre spielen werde, aber ich will nicht länger vorausblicken.“ Kramniks aktuelle Form? Unbekannt. Zuletzt hatte er ein gemischtes aber insgesamt schlechtes Turnier in Shamkir, und danach (individuell und im Team) ein gutes Ergebnis bei der russischen Mannschaftsmeisterschaft. Die Fast-Terminüberschneidung von Norway Chess und Dortmund ist womöglich ein Grund, warum er die Einladung zur Chess Tour ablehnte.

 

Naiditschs aktuelle Form? Unbekannt, aber es kann nur besser laufen als zuletzt bei der französischen Mannschaftsmeisterschaft, schlechter geht nicht oder kaum. Wesley Sos aktuelle Form? Auch schwer einzuschätzen: zuletzt dominierte er im Match gegen Navara, aber das war nur ein Gegner.

 

Eine Dortmund-Besonderheit ist, dass die Auslosung bereits lange vor dem Turnier stattfindet – damit wissen die Teilnehmer, welche Farbe sie gegen wen haben und können sich konkret vorbereiten. Gespielt wird vom 27.6.-5.7. jeweils um 15:00 mit – bei sieben Runden grosszügig – zwei Ruhetagen am 29.6. und 2.7. . Den 2. Juli können sie allerdings nicht komplett im Bett oder für einen Ausflug in die Umgebung verbringen, um 15:00 müssen sie zur Autogrammstunde bei der Sparkasse Dortmund erscheinen.

 

Die Reisenden Nepomniachtchi und Caruana spielen bereits in Runde 1 gegeneinander (Nepo hat Weiss), die Favoritenduelle sind gleichmässig verteilt: Caruana-So in Runde 2, Kramnik-Caruana in Runde 5, So-Kramnik in Runde 7. Naiditsch hat dagegen ein asymmetrisches Programm: anfangs Schwarz gegen Kramnik, Weiss gegen Nisipeanu, Schwarz gegen So und Schwarz gegen Caruana – und dann kommen jedenfalls auf dem Papier leichtere Gegner(innen).

 

Das muss reichen, mehr fällt mir momentan nicht ein.

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